Robert Curry
Feuerwehreinsatz beim grossen Brand von 1865
Vor 100 Jahren: Viehscheid zu Oberstdorf
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Anfänge der Bergwacht

Das Interesse an der Bergwelt wuchs und für immer mehr Einheimische und Gäste wurde das Bergsteigen und Wandern zur Leidenschaft.

Was zu Anfang als bergsteigerische Leistung für Wenige zählte, entwickelte sich durch viele Erleichterungen immer mehr auch zum Freizeitvergnügen von Menschen, die die Gefahren der Berge unterschätzten. Im Bewusstsein der Verantwortung verpflichtete sich deshalb schon der 1869 gegründete Alpenverein jeden der von ihm autorisierten Bergführer zur Hilfe für in Bergnot geratene Bergsteiger. Aber noch ein weiteres Problem ergab sich aus der immer größer werdenden Zahl von Alpinisten, die neben dem Gipfelerlebnis auch der von allen bewunderten Alpenflora begegneten. Der farbenfrohe Alpenblumenteppich verführte immer wieder die so genannten „Naturfreunde“ ein Stück dieser Pracht mit nach Hause zu nehmen. Besonders begehrt war das Edelweiß. Während 1885 Dr. Hans Modlmayer noch von ganzen Büscheln Edelweiß berichtete, die er einer Festgesellschaft der Höfats mitbrachte, heißt es schon 1898 in einer Oberstdorfer Aufzeichnung „es wurde gegen die Ausrottung von Edelweiß polizeiliche Einschränkung empfohlen“. Trotzdem ging es soweit, dass sogar Alpenblumen in großen Mengen an die Gäste im Tal verkauft wurden. 1911 erließ das Bezirksamt Sonthofen ein Verkaufsverbot von Alpenblumen in Bahnhöfen und Gaststätten.

Nach dem 1. Weltkrieg am 22. Juli 1920 gründeten junge tatkräftige Alpenvereinsmitglieder in München zum Schutz der Alpenflora die „Bergwacht“. 1923 gab es in Deutschland bereits sieben Bergwachtabteilungen, darunter auch eine in Oberstdorf. Die engagierten Mitglieder hatten es sich zur Aufgabe gemacht, über die Blütenpracht in den höheren Lagen zu wachen und ihren Missbrauch zu verhindern. Sie richteten sich auf den Bergen Posten ein, von denen sie gute Einblicke in das Gelände hatten. Dadurch entdeckten sie auch manchen Bergunfall und konnten Erste Hilfe leisten. Um hierfür gut ausgerüstet zu sein, wurden in den Alphütten ständige Rettungsbereitschaften eingerichtet und improvisierte Transportgeräte „Marke Eigenbau“, Verbandsmaterial, Medikamente, Fackeln und Laternen deponiert.
Immer mehr entwickelten sich die Bergwachtleute von eigentlichen Blumenschützern zu „Engeln der Berge“, die jährlich in vielen Fällen oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens Menschen aus Bergnot retteten.

War zu Anfang noch viel Phantasie und Eigeninitiative bei der Herstellung der Hilfsmittel für die Versorgung und den Transport der Verunglückten notwendig, ist es heute nur durch moderne Rettungsgeräte und zuverlässige, zweckmäßige Ausrüstung bis hin zum Hubschrauber und eine fundierte Ausbildung möglich, soviel Einsätze wie heute zu leisten und schnell überall Hilfe zu bringen.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die bis dahin dem Deutschen Alpenverein unterstellte Bergwacht in das Rote Kreuz eingegliedert.

Geschichte unserer Heimat

Gisela Schraudolf

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Gisela Schraudolf
EDV-Abteilung

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