Robert Curry
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Bau der Nebelhornbahn
Bau der Nebelhornbahn
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Bau der Nebelhornbahn

Mit Weitblick hatte schon 1914 der Oberstdorfer Verkehrs- und Kurverein mit einigen Oberstdorfer Persönlichkeiten die Firma Fühler und Schulze aus München unterstützt, als diese ihnen das Projekt einer Seilschwebebahn auf das Nebelhorn vorlegte.

Die Genehmigung zum Bau lag im Juni 1914 vor, als der erste Weltkrieg weitere Pläne verhinderte. Wenn auch nach Kriegsende das Thema einer Seilbahn aufs Nebelhorn immer wieder aufgegriffen wurde, dauerte es doch bis zum Jahr 1925, bis das Interesse daran festere Formen annahm. Ein Dr. Walter Jahn, Fabrikant aus München, hatte den Stein ins Rollen gebracht. Tatkräftige, ideenreiche Oberstdorfer griffen ihn auf und gingen daran, die Idee in die Tat umzusetzen.

Am 08. Februar 1925 wurde der Nebelhornbahnverein aus der Taufe gehoben. Am 19. Oktober 1927 gründete sich die Nebelhornbahn-Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von 600.000 RM. Durch den Kaufvertrag vom 22. Dezember 1927 wurde das gesamte Nebelhornbahngebiet im Ausmaß von 978 Hektar aus der Hand der Vermögensverwaltung des Hauses Wittelsbach erworben.

Die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Personendrahtseilbahn auf das Nebelhorn erteilte am 26. Juni 1928 das Staatsministerium für Handel, Industrie und Gewerbe. Nachdem zunächst eine Hilfsbahn bis zur Seealpe gebaut worden war, konnte mit dem Bau der Fundamente für die acht Stützen begonnen werden. Die erforderliche Länge von fast fünf Kilometern machte es notwendig, die Fahrstrecke in zwei Abschnitte zu unterteilen. Dadurch musste neben der Tal- und Bergstation auch eine Mittelstation gebaut werden. Der gesamte Hochbau, einschließlich dem Aufbau der Eisenkonstruktion der Stützen, der Stationen und dem Aufziehen der Seile, wurde im Februar 1930 vollendet. Die Montage der Dieselmotoren in der Bergstation und das Einhängen der Kabinen fallen in die Zeit Februar 1929 bis Ende März 1930.

Die Nebelhornbahn ist betriebsbereit

Am 1. April – manche hielten es für einen Aprilscherz – war es dann soweit. Um 16.00 Uhr schwebte die erste Kabine der Nebelhornbahn in die Höhe. Als das Oberstdorfer Gemeinde- und Fremdenblatt am 10. Mai 1930 für 12.00 Uhr die erste öffentliche Auffahrt ankündigte, stand dort zu lesen:
„Heute Mittag um 12.00 Uhr wird unter Böllerschüssen der erste Wagen mit offiziellen Fahrgästen zu Berg fahren. Da zunächst in der Hauptsache mit Fahrgästen aus Oberstdorf gerechnet werden kann, haben wir heute, um etwas ängstlichen Gemütern Mut zur Auffahrt zu geben, an die Spitze unserer Zeitung einen Artikel über die technischen Sicherungen der Bahn gestellt, die dartun, dass alle menschenmöglichen Vorkehrungen getroffen wurden, zur Verhütung von Unfällen.“
Wie gut diese Vorkehrungen waren und sind, zeigt die Tatsache, dass es in der Geschichte der Nebelhornbahn keine nennenswerten Unfälle gegeben hat.

Finanzielle Berg- und Talfahrt

Die finanziellen Erwartungen, die an die Bahn geknüpft wurden, erfüllten sich zunächst allerdings nicht. Die schlechte wirtschaftliche Lage dieser Zeit ließ nur wenige Gäste nach Oberstdorf kommen. Sanierungen und technische Neuerungen verschlangen viel Kapital. 1934 stieg dann die Fahrgastzahl sprunghaft an und erreichte 1937 einen absoluten Höhepunkt.

Der Zweite Weltkrieg brachte einen Besucherrückgang. Auch die erste Nachkriegszeit verzeichnete keine großen Besucherzahlen. Erst nach der Währungsreform 1948 ging es mit der Nebelhornbahn im wahrsten Sinne des Wortes „bergauf“. Ob im Winter oder im Sommer, jede Saison brachte eine Steigerung im Oberstdorfer Fremdenverkehr und damit auch eine stärkere Frequentierung der Nebelhornbahn, die sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer wieder den Forderungen der Zeit anpasste, ob durch Neubauten oder technische Verbesserungen. Nur so war es möglich, dass sie rund 15 Millionen Menschen bis zu ihrem 70-jährigen Jubiläum in Jahr 2002 auf das 2224 Meter hohe Nebelhorn befördern konnte.

Wenn es auch zu Anfang warnende Stimmen zum Bau der Nebelhornbahn gegeben hat, so bestätigte sich doch der Satz, den das Oberstdorfer Gemeinde- und Fremdenblatt anlässlich der Einweihungsfeier am 10. Juni 1930 schrieb: „Wenn heute noch nicht alle Köpfe den Wert der Nebelhornbahn erfassen, der Abstand der Zeit wird uns einmal beweisen, dass die Verfechter dieser Idee unserem Ort einen großen Dienst erwiesen haben.“

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Gisela Schraudolf

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Gisela Schraudolf
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