Robert Curry
Feuerwehreinsatz beim grossen Brand von 1865
Vor 100 Jahren: Viehscheid zu Oberstdorf
Altes Bild vom Prinz-Luitpold-Hauses
Altes Bild vom Prinz-Luitpold-Hauses
Historisches Bild des Moorbades
Historisches Bild des Moorbades
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Oberstdorf 1141 - 1885

Von Graf Hugo von Montfort über die Wallfahrer bis zur Rappenseehütte.

1141 erste urkundliche Erwähnung (Weiheinschrift in der Kirche)

1166 wird Corneja (Kornau) in einer Isnyer Klosterurkunde genannt.

1351 erwerben die Heimenhofen den Kirchensatz zu 'Obrostdorf' von der Rettenberger-Tochter Adelheid von Waldburg.

1422 erhält Ulrich von Heimenhofen die Niedergerichtbarkeit für Oberstdorf.

1440 kauft das Hochstift Augsburg die Hälfte des heimenhofischen Besitzes (auch den zu Oberstdorf).

1477 geht der Rest der Heimenhofer Rechte in Oberstdorf an den Fürstbischof von Augsburg über.

1495 erhält Oberstdorf das Marktrecht und ein Hochgericht vom König, dem späteren Kaiser Maximilian verliehen.

1518 Graf Hugo von Montfort ließ in Tiefenbach an der Schwefelquelle ein Bad erbauen, ein erster Schritt in Richtung Gesundung und Kur war getan.

1569 nennt Sebastian Münster in einer "Cosmographia" das "für das Feber" (Fieber) heilsame Schwefelbad in "Teuffenbach".

1644 sucht dann Graf Hugo von Königsegg in der Tiefenbacher Quelle Linderung und Heilung und errichtet ein neues Badhaus.

1660 kam eine andere Art von Gästen nach Oberstdorf, die Wallfahrer. Neben vielen Pilgern aus nah und fern, zogen z. B. die Bewohner des benachbarten Lechtales (ab 1665) über die Berge zur wundertätigen Muttergottes von Loretto. Das 1661 erbaute und heute noch bestehende Benefiziatenhaus neben den Kapellen diente als Pilgerherberge, bis 1804 im Rahmen der Säkularisation und "Aufklärung" Wallfahrten verboten wurden. Über Jahrhunderte hinweg besuchten die Bewohner der näheren und weiteren Umgebung - auch die des Walsertales und des Tannberggebietes - die Oberstdorfer Jahrmärkte und Viehmärkte. Viele der Käufer konnten den weiten Weg nicht an einem Tag schaffen. So waren diese Menschen hier zu beherbergen. Dies hielt an, bis im 19. Jahrhundert die politischen Verhältnisse die alten Traditionen brachen.

1796-1809 waren mehrfach hunderte "Gäste" zu beherbergen und bewirten. Doch sah man diese weit lieber gehen als bleiben: Kriegsvolk. Den gegen Franzosen und Bayern rebellierenden Tirolern und Vorarlbergern schlossen sich drei Oberstdorfer Kompanien an. Erfolg: Der Aufstand brach zusammen, fünf Oberstdorfer Bürger als Geiseln in Frankreich und gewaltige Steuerlasten.

1818 - 1820 erfolgte die Landvermessung in Oberstdorf. Die genauen Karten regten reise- und abenteuerlustige Menschen zum Besuch des Gebirges an. Die Zahl ist noch gering, aber 1830 nächtigen rund 140 Personen in den drei Oberstdorfer Gasthöfen (Löwen, Mohren, Sonne). Drei dieser "Übernächtler" werden als "Lustreisende" bezeichnet. Aber schon machte sich ein Bergtourismus bemerkbar, so führt z. B.

1836 der Jäger Josef Ignaz Dorn einen Rentmeister Bizzenberger auf den Hochvogel. Es sind dann meist Wissenschaftler, die unsere Berge besuchen. So durchforscht um

1850 Prof. Dr. Otto Sendtner, von den Jägern Franz Schafhittl bzw. Vinzenz Schraudolph geführt, die Allgäuer Alpen. Sein Buch "Vegetationsverhältnisse Südbayerns" (1854) lockt Botaniker an.

1856 schreibt Dr. Groß in seinem Führer "Die Allgäuer Alpen um Sonthofen und Oberstdorf", dass in Oberstdorf über 30 Häuser zur Aufnahme von Fremden eingerichtet sind. Er weist auch darauf hin, dass Oberstdorf bei den vortrefflichen Ziegenmolken der nahen Alpen als Kurort für gewisse Formen von Lungenleiden sehr empfehlenswert sei.

1865 erfolgt die erste bekannte Investition im Interesse des Fremdenverkehrs: die Weganlage zum Faltenbach-Wasserfall; vernichtet ein Großbrand in den Morgenstunden des 6. Mai 1865 von 308 Häusern Oberstdorfs. Kirche, Schule, Rathaus, alle Kämmereien, Bäckereien, wie auch die drei Gasthöfe werden ein Raub der Flammen.

1866 ist Oberstdorf eine Großbaustelle, 101 Häuser entstehen neu; bei vielen wird bereits dem Fremdenverkehr Rechnung getragen.

1868 Johann Baptist Schraudolph ist erster behördlich autorisierter Bergführer Oberstdorfs.

1869 Gründung des Deutschen Alpenvereins, auch Gründung der Sektion Allgäu-Immenstadt. Die Sektionen Immenstadt und Kempten werden durch den Bau von Wegen und Unterkunftshütten, sowie als Künder der Schönheiten der alpinen Welt zum Bahnbrecher für den Fremdenverkehr.

1872 Gründung des Verschönerungsvereins (gemeinnütziger Verein) in Oberstdorf und damit Beginn des Baues von Wanderwegen, Aufstellung von Ruhebänken und Pflanzen von Alleen.

1873 Zusammenschluß des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuÖAV); Fortführung der Eisenbahn von Immenstadt nach Sonthofen.

1875 wird das Waltenbergerhaus im Bockkar als erste AV-Hütte von der Sektion Immenstadt erstellt. 1885 Neubau an heutiger Stelle.

1876 erlässt der Markt Oberstdorf in Verbindung mit den Sektionen Immenstadt und Kempten eine Bergführerordnung, sie verpflichten darin u.a. die Bergführer zum Rettungsdienst; erstmals evangelische Gottesdienste im Rathaussaal in der Hauptsaison.

1881 Einweihung des Prinz-Luitpold-Hauses am Hochvogel (S.Immenstadt)

1883 entsteht am Rauhen die Moorwasser-Badeanstalt (Damen und Herren baden durch eine Bretterwand getrennt); baut der Mohrenwirt Steiner am Lindenacker das Gesellschaftshaus mit Lesezimmer, Spielzimmer, Rauchzimmer, Billardsalon u.a.

1885 erstellt die AV-Sektion Kempten die Rappenseehütte.

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Gisela Schraudolf

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Gisela Schraudolf
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