Gehen Sie mit uns auf Zeitreise und stöbern Sie in Ereignissen vergangener Tage.
Gisela Schraudolf
EDV-Abteilung
Oberstdorf › Dorf › Chronik
Oberstdorf 1885 - 1900
Von Beginn der amtlichen Aufzeichnung der Witterung über die Badeanstalt am Freibergsee bis zum Oberstdorfer Krankenhaus.
1886 beginnt in Oberstdorf die amtliche Aufzeichnung der Witterung. Die "meteorologische Station II. Ordnung" wird von keinem geringeren als Pfarrer Heinle persönlich betreut.
1887 ist in der Tageszeitung zu lesen:
"Demnächst wird Oberstdorf auch eine nächtliche Beleuchtung mit 16 Petroleumlaternen erhalten."
1888 verkehren vier (Pferde)-Omnibus-Paare täglich zwischen Sonthofen und Oberstdorf, bis am 2. August; das erste Züglein durchs obere Illertal heraufdampft und mit seiner Bimmelglocke ein neues Zeitalter im Fremdenverkehr einläutet.
1890 eröffnet die AV-Sektion Immenstadt das Edmund-Probst-Haus am Nebelhorn, das bereits 1894 Telefonanschluß erhält; wendet der Oberstdorfer Arzt Hofrat Dr. Ulrich Reh Wasser als Heilmittel an. Er steht dabei in persönlichem Kontakt mit dem Wörishofener "Wasserdoktor", Pfarrer Sebastian Kneipp.
1891 bringt der Verschönerungsverein zusammen mit den AV-Sektionen Immenstadt und Kempten ein von Prof. Dr. Adolf Thürlings verfasstes Handbuch für Sommerfrischler und Bergfahrer heraus. Darin wird Oberstdorf bereits als klimatischer Kurort bezeichnet und auf die Möglichkeiten von Trink- und Badekuren hingewiesen; wird die Kemptener Hütte am Mädelejoch von der AV-Sektion Kempten in Betrieb genommen.
1892 wird mit dem Weg vom Edmund-Probst-Haus zum Laufbachereck die Verbindung zum Prinz-Luitpold-Haus hergestellt; erwirbt der Verschönerungsverein den Freibergsee und die Fischereirechte am Christlessee sowie die für die Trettach, Stillach und Breitach, um in Oberstdorf weilenden Gästen die Möglichkeit zum Angeln zu geben. Weiter wird vom Verschönerungsverein
1893 am Freibergsee eine Badeanstalt und eine Kahnfahrt eingerichtet; lässt sich Fürst Fugger-Babenhausen in Oberstdorf eine Sommervilla bauen; verlassen die ursprünglichen Bewohner Gerstruben. Das ganze Tal soll in einem Stausee zur Elektrizitätsgewinnung versinken. Das Projekt kommt nicht zur Ausführung, weil sich zu wenig Stromabnehmer finden.
1894 hat das heutige Kurbad Maucher seinen Anfang genommen. Der Urgroßvater der jetzigen Inhaberin, der Bäckermeister Georg Hitz, hat unter Ausnutzung der Backofenwärme ein Badezimmer für Gäste eingerichtet.
1896 erwirbt Cornelius Freiherr von Heyl zu Herrnsheim die gesamte Ortschaft Gerstruben und allen Grundbesitz im Dieterbachtal, um ein riesiges Eigenjagdrevier einzurichten.
1897 staut der Verschönerungsverein den Moorweiher am Rauhen an. Damit ist nicht nur ein vorerwärmter Zulauf zum Moorbad gesichert, sondern auch ein herrliches Fischwasser angelegt und im Winter Eislauf und Eisstocksport ermöglicht; leuchtet erstmals elektrisches Licht in Oberstdorf, als drei Geschäftsinhaber am Marktplatz gemeinsam an der Trettach ein kleines E-Werk errichten.
1898 nutzt Michael Besler den Wasserzulauf zu seiner Schmiede zur Stromerzeugung. Aus diesen kleinen Anfängen ist das heutige Elektrizitätswerk entstanden, das die Marktgemeinde seit 1919 Zug um Zug ausgebaut hat; verabreicht Fritz Gschwender in seinem "Trettach Hotel" (später Nebelhornbahnhotel) "elektrische Lohtanninbäder" nach System Stanger mit großem Erfolg.
1899 legt die AV-Sektion Kempten mit Mitteln der Sektion Heilbronn den Höhenweg im Hauptkamm der Allgäuer Alpen an; nach den Geldgebern wird er Heilbronner Weg genannt; wird das Gesellschaftshaus abgebrochen und an dessen Stelle das Parkhotel Luitpold erbaut.
1900 erstellt die Gemeinde Oberstdorf ein Krankenhaus







