Tiefenbach im Herbst
Tiefenbach Kirche
Schuhplattlergruppe Tiefenbach
Tiefenbach aus Richtung Geißberg
Tiefenbach aus Richtung Geißberg
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Tiefenbach - Eine kleine Chronik

Tiefenbach früher Düffenbach, Teuffenpach oder Tuiffenbach genannt. Tiefenbacher Vieh war schon in alter Zeit berühmt. So erschien 1819 in der Topographie des Landgerichtes Immenstadt, deren Verfasser der Landgerichtsarzt Geiger ist, die folgende Notiz:

"Hier findet man das schönste Vieh im ganzen Gerichtsbezirk. Hat zwei wichtige Gesundheitsquellen. Der Hirschsprung, ein enger Eingang zwischen zwei hohen Felsen, wo ein Hirsch von dem einem zum anderen solle gesprungen sein, ist sehr merkwürdig."

Im Jahr 1774 lag das Dorf noch geschlossen zwischen Kirche und Wasach. 1775 fand die Teilung des gemeinem Grundes und die Zusammenlegung der einzelnen Flurstücke statt. Gleichzeitig siedelten die Tiefenbacher Bauern aus dem bisherigen Dorf in die ihnen zugewiesenen Stücke über.

Es gibt im ganzen Allgäu kein Dorf, in dem die "Vereinödung", so uneingeschränkt durchgeführt worden ist. Somit bietet Tiefenbach heute nicht das Bild einer geschlossenen Siedlung; seine Höfe sind vielmehr auf drei Täler und die zu ihnen gehörigen Bergterrassen verteilt.

Früher von den Römern und später im Mittelalter wurde die Schwefelquelle auf der "Barweid" von den Grafen von Monfort und Rothenfels zur Heilung allerlei Gebrechen genutzt. Auf dem Gelände entstand das Schwefelbad und die Quelle konnte bis 1960 balneologisch genutzt werden. Das Schwefelbad legte den Grundstein für die touristische Erschließung des Luftkurortes Tiefenbach. 1972 im Zuge der Gebietsreform wurde Tiefenbach zu Oberstdorf eingemeindet und ist heute Ortsteil von Oberstdorf.

Ein spätgotisches Gotteshaus, die Pfarrkirche St. Barbara - errichtet 1452 - ist besonders Sehenswert. Im Jahre 1458 weihte der Konstanzer Weihbischof Johannes Kirche und Altar. Als Kostbarkeit besitzt die Pfarrei Tiefenbach einen Ablaßbrief von 1470. Hans Strigl malte 8 gotische Passionsbilder an der Langhausnordwand. Im 18 Jhd. erfolgte die Barockisierung und Stuck wurde angebracht - es dominiert der Regence Stil von 1730.

Nicht zu vergessen sind die Tiefenbacher Kapellen. Die Holzkapellen St. Anna in Rohrmoos wurde unter Jakob Truchsess von Waldburg-Wolfegg 1567-1587 errichtet und ist mit den dazuhörigen Aus- malungen (Gemälde Westwand "Das jüngste Gericht") einmalig in Bayern. Die Filialkapelle St. Martin in Winkel ist aus Felssteinen und wurde vermutlich nach dem 30ig jährigen Krieg im 17. Jhd. erstellt. Die Klamm- bzw. Zwingkapelle von 1931 wurde vorwiegend von einheimischen Künstlern ausgestattet.

Naturerlebnisse pur

Breitachklamm Natur pur! Die "Wilde Zwing" wie sie im Volksmund geheißen hat wurde 1905 durch den Tiefenbacher Pfarrer Schiebel erschlossen und stellt das großartigste Naturdenkmal der westlichen Alpen dar. Über den hinteren Zwing führt in schwindelnder Höhe ein uralter Steg, der früher nur aus ein paar Baumstämmen bestanden hat und um den zwischen Zöllern und Schmugglern damals heftige Kämpfe geführt worden sind.

Auch die Sturmannshöhle am Hirschsprung und ca. 3 km vom Ortskern Tiefenbach entfernt wurde im Folgejahr für die Bevölkerung begehbar gemacht. Bei einer Führung erfährt man Anekdoten über die "Stuzze Muzz" (Höhlenfräulein) welche seinerzeit die Höhle bewohnte und Sagen erzählen von Drachen und Geistern. Der letzte Bär lebte hier vor 200 Jahren. Der Luchs, der den Hirsch über die Felsschlucht jagte, soll im Jahr 1835 erlegt worden sein.

aktives Vereinsleben

Country-life bieten Restaurants, Gasthöfe und Alpen. Besonders der 400 Jahre alte Berggasthof Rohrmoos läd zu einem Ausflug ins Rohrmooser Tal ein. Seit der Mitte des 16. Jhd. sind die Grafen und späteren Fürsten von Waldburg/Württemberg und Erbtruchsessen im Besitz des Alpgutes Rohrmoos. Seit der Besitznahme war Rohrmoos fürstliches Jagdgebiet; bis zur Revolution von 1848 durch herrschaftliche Jagdregel, danach rechtliche Eigenjagd nach den bayerischen Jagdgesetzen.

Heimische Vereine wie der Schützenverein (gegr. 1899), Gebirgstrachten-Erhaltungs-Verein (gegr. 1919), Sportverein (gegr. 1979), Ski-Club (gegr. 1936) und die Freiwillige Feuerwehr (gegr. 1897) sorgen für kulturelle Abwechslung und Sportveranstaltungen. Schauspiele "Bauerntheater" werden seit 1985 vom Trachtenverein aufgeführt. Die Jodlergruppe "Breitachtalar Johlar" (gegr. 1970) ist über Rundfunk und Fernsehen weit über die Grenzen des Allgäus bekannt.

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