Viehscheid Schöllang
Viehscheid Schöllang - Hintere Seealpe
Viehscheid in Schöllang
Viehscheid
Viehscheid
Viehscheid in Schöllang
Viehscheid in Schöllang
Kuhschellen
Kuhschellen
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Ablauf eines typischen Viehscheids

Im Allgäu hat die Viehwirtschaft eine lange Tradition. Die einzelnen, genossenschaftlich verwalteten Alpen werden mit Tieren von verschiedenen Bauern »beschlagen«. Dabei unterscheidet man zwischen Galt-Alpen und Senn-Alpen.

Während bei den Senn-Alpen Kühe »übersömmern«, deren Milch an Ort und Stelle zu Butter und Käse verarbeitet wird, ist auf den Galt-Alpen das Jungvieh unter sich. Nur einzelne Kühe werden zum Lebensunterhalt der Hirten mitgetrieben.

Nach rund 100 Tagen auf Bergeshöh beginnt der Alpabtrieb, dessen Höhepunkt am 13. September (wenn dieser Tag ein Sonntag ist, am 12. September) der Viehscheid am Renksteg ist. Während beim Viehscheid das Jungvieh heimkehrt, sind es am Matthäustag, das ist der 21. September, überwiegend die Kühe, die buntgeschmückt, von ihren Besitzern in Empfang genommen werden und im Stall oft alleine ihren angestammten Platz wiederfinden.

Am Tage des Viehscheides heißt es für die Kranzbinderin, pünktlich überall dort zur Stelle zu sein, wo sich Vieh und Hirten zum Einzug ins Tal vorbereiten. Die Hirten wechseln hier ihre Kleidung und ziehen ihr gutes Gewand an, Lederhose mit bestickten Hosenträgern und weißem Hemd und schmücken ihren Hut mit frischen Blumen. Währenddessen wird die »Schönheitskönigin « unter den Rindern mit einem üppigen Kopfputz »gekrönt«. Nur wenn während des Sommers der Viehbestand einer Alpe von Krankheit, Absturz oder einem anderen Unglück verschont blieb, darf vom Oberhirten die so geschmückte Kranzkuh zum Scheidplatz geführt werden.

Oberstdorf
Ab ca. 9 Uhr/9.30 Uhr treffen die Herden von den Galtalpen (Bierenwang, Taufersberg, Haldenwang, Rappenalpe, Biberalpe und Traufbergalpe) auf dem Scheidplatz im Ried ein.
Schöllang
Ab 9 Uhr treffen hier die Alpen Entschenalpe, Hintere Seealpe, Gutenalpe, Käseralpe am Scheidplatz ein

Schon von weitem hört man das Tönen der riesengroßen Schellen und Glocken, die die Tiere mit stoischer Gelassenheit an kunstvoll gezierten Lederriemen um den Hals zu Tale tragen. Voran der Alphirte mit dem Kranzrind.

Am Scheidplatz durchläuft jede Herde einen Verschlag, in dem sie »geschieden«, d. h. getrennt wird und an dessen Ende die Tiere einzeln beim Hirten ankommen. Laut ruft dieser den Namen des Besitzers, der schon bereitsteht, um sein Vieh in Empfang zu nehmen.

In langen Reihen werden die Kälber, Einjährigen und Rinder am Scheidhag angebunden und warten dort geduldig, bis es heimgeht in den eigenen Stall. Vorher ist es allerdings auch ein Grund für den Bauern, der sich über die gesunde Heimkehr seiner Tiere freut, in Gesellschaft der Hirten und der vielen Schaulustigen mitzufeiern. Dazu steht das Festzelt bereit, wo man sich die Maß Bier und die »Scheidwürste« bei zünftiger Musik schmecken lässt. Meist wird ein richtiges Volksfest daraus.

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