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Oberstdorf › Natur › Umwelt
Erlebnis-Oberstdorf
Dass Oberstdorf in einer Sonntagslaune des lieben Gottes erschaffen wurde oder dass er da selbst gar einen Zweitwohnsitz inne hat, stammt aus der Feder findiger Werbetexter. Angesichts der prächtigen Lage des "Obersten Dorfs" in den Allgäuer Alpen an einer Stelle, wo nicht weniger als sieben Bergtäler in den Kessel des Illertales münden, ist es allerdings unübersehbar, das Oberstdorf bei der Erschaffung der Welt besondere Vorzüge genossen hat.
Vom Nebelhorn aus offenbart sich Deutschlands südlichste Ecke wie eine Sammlung landschaftlicher Schönheiten:
Da gibt es die blumenübersäten Bergwiesen im Trettachtal, die herbstlichen Mischwälder im Stillachtal. Eine Stufe höher, im Dietersbachtal, das Schellengeläute auf den Alpwiesen unter den unnahbaren Höfatsgipfeln. Da sind die stäubenden Wasserfälle des Oytales, das einsame, wildreiche Traufbachtal, das Seealptal unter dem Nebelhorn und das Tal der Breitach, die sich auf ihrem Weg zur Iller zwischen senkrechten Felswänden durch die enge Klamm zwängt.
Da gibt es die zauberhaften Bergseen. Jeder leuchtet andersfarben, je nach Art des Wassers und des Lichtes: Im Freibergsee spiegeln sich sommerliche Schönwetterwolken, im Christlesee der kühne Trettachgipfel, im Seealpsee und im Gaisalpsee die Alpenrosen und im Rappensee die sinkende Sonne.
Und dann gibt es das weite Rund der Allgäuer Alpen, in einer landschaftlichen Vielfalt wie selten anderswo: Am Söllereck beginnt das "Blumenparadies". Der Grat zum Söllerkopf und weiter über das Fellhorn zur Kanzelwand gleicht einem botanischen Wunder. Im Westen die schräge Riesenplatte des Hohen Ifen und darunter die Karrenfelder des Gottesackers. Kein menschliches Auge hat die phantastische Höhlenwelt erblickt, die sich darunter verbirgt. Ganz anders dagegen die Höfats, mit ihren trügerisch begrünten, gefährlichen Steilflanken, die wie ein gotisches Bauwerk himmelwärts streben. Auf ihren Graspolstern blühen die seltene Jochraute und das strenggeschützte Edelweiß. Gegenüber der bizarr geformte Schneck. Es gibt keinen Berg, der je nach Standort sein Aussehen so ändert wie der Schneck: Einige hundert Meter höher ragen die Felsbastionen des Allgäuer Hauptkammes in den Himmel: Widderstein, Biberkopf, Hohes Licht. Die Mädelegabel und das kühn geformte Horn der Trettachspitze. Großer Krottenkopf, Großer und Kleiner Wilder und viele andere mehr.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Angesichts dieser verschwenderischer Fülle ist man geneigt, sich wirklich zu fragen ; ob so viel Schönes letztlich. nicht doch einer Sonntagslaune des lieben Gottes zuzuschreiben ist.






