Dieses Mal beginnt unsere Winterwanderung am Oberstdorf Haus mitten in Oberstdorf.
Durch den Kurpark gelangen wir zum schmalen Mühlenweg, einem reinen Fußweg, dem wir bis zu seinem Ende an der Mühlenbrücke folgen. Ihre Namen haben Weg und Brücke einer Mühle zu verdanken, in der urkundlich belegt schon im Jahre1429 das Oberstdorfer Getreide gemahlt wurde. Heute ist sie ein kleines Sägewerk.
Auf der östlichen Seite der Trettach gehen wir am Eislaufzentrum vorbei und bleiben auf dem sogenannten „Vormittagsweg“, der entlang des hier gezähmten Gebirgsflusses verläuft. An der Dummelsmoosbrücke verlassen wir mit dem Fußweg auch Oberstdorf und gehen auf dem etwas breiteren Kalkofenweg nun über Felder weiter in Richtung Rubi.
Unser Feldweg verläuft am östlichen Rand der Talebene, die nun, je weiter wir gehen, stetig leicht ansteigt. Wir kommen an Rubi vorbei, dessen Name sich wahrscheinlich vom lateinischen Wort für Muhre (Bergrutsch) ableitet: rovina. Blickt man hinauf ans Rubihorn, an dessen Fuß wir uns gerade befinden, ist die Herkunft dieses Namens gleich zu verstehen.
Schon etwas erhöht über der kleinen Straße, die Rubi mit seinem Nachbarn Reichenbach verbindet, wandern wir weiter. An einer kleinen Brücke folgen wir dem Wanderweg den Bach entlang bergauf zu einem Waldspielplatz und weiter nach Reichenbach. Der Ortsname stammt von den Herren von Reichenbach, die hier im 14. Jahrhundert im Besitz eines Hofes und einer kleinen Burg waren.
In Reichenbach überqueren wir die Straße und folgen dem Wanderweg über die Felder nun nordwestlich auf die Schöllanger Burg zu. Jetzt sieht man auch den Burgberg, auf dem sich die Burgkirche über das Tal erhebt. Ab dem Weiler Widum geht es in bergauf, aber die knapp 80 Höhenmeter lohnen sich, wir haben unser Ziel erricht: die Burgkirche St. Michael. Im Jahre 1351 wird sie als „uff dem Burgk“ erstmals urkundlich erwähnt, doch man vermutet, dass hier oben schon früher ein heidnisches Heiligtum gestanden hat. Das Kirchlein und der Friedhof laden zur Besichtigung ein und bei jedem Besuch, gibt es etwas Neues zu entdecken.
Nach einem letzten Rundblick von der Schöllanger Burg treten wir den Rückweg nach Oberstdorf an. Zunächst folgen wir dazu dem Feldweg wieder hinunter nach Widum am Fuße des Berges. Dort wandern wir jetzt aber südlich zum Wald und gelangen über den leicht ansteigenden Waldweg zu einem weiteren Panoramaplatz und Höhepunkt dieser Tour: auf dem gleichen Höhenzug, auf dem auch die Burgkirche St. Michael steht, treten wir nach aus dem Wald und blicken nun von oben über den Talkessel von Oberstdorf. Ein einmaliger Blick über das südlichste Dorf und eine Berggipfel, die hier mit dem Allgäuer Hauptkamm den perfekten Rahmen bilden. Auch unseren weitere Wegstrecke erkennen wir gut, die uns zunächst hinab nach Rubi führt und dann, wieder auf der östlichen Talseite, auf den uns schon bekannten Kalkofenweg.