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Alpfahrt

Hinauf auf die Berge

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Für hundert Tage ziehen Hirten, Jungrinder und Milchkühe auf die Alpen.

Für rund 1700 Jungrinder und Kühe hat der Alpsommer in den Oberstdorfer Bergen begonnen. Etwa rund hundert Tage sind dann die gesunden Bergweiden und -wiesen das Zuhause von Vieh und Hirten. Oft geht es mit Kind und Kegel hinauf. Viele Kinder werden als Kleinhirten auf den Alpen erzogen und lernen das Handwerk von Grund auf. Die Älpler verdienen sich ein Zubrot durch die Bewirtschaftung und den Verkauf von Brotzeiten, Milch, Käse und hausgemachten Kuchen. In der Broschüre „Ein Jahr in der Oberstdorfer Landwirtschaft“ beschreiben die Landwirte unter anderem, warum für sie der Sommer der Höhepunkt im Jahreskreis ist.

Die Sennalpen sind Alpen, auf denen Milchkühe gehalten werden. Sie werden zweimal am Tag gemolken und die Milch vom Hirt, der zugleich der Senn ist, gleich vor Ort zu gutem Bergkäse verarbeitet. Neben Bergkäse werden auch Butter, Joghurt, Quark und andere Käsesorten hergestellt. Die Sennalpen werden von den Familien der Hirten bewirtschaftet und Gelegenheiten, die verschiedenen Milchprodukte zu probieren, haben Wanderer bei einer gemütlichen Einkehr. Bergkäse herzustellen ist eine echte Kunst. Die Milch wird erhitzt, der Schnitt geschöpft, das Produkt in einzelne Käslaibformen gepresst. Der fertige Käse wird schließlich gelagert, bis er im Herbst ins Tal gebracht wird. Den ganzen Sommer über werden die Laibe gehegt und gepflegt, gedreht und gesalzen. Der Bergkäse benötigt besondere Aufmerksamkeit, um zu reifen und schmackhaft zu werden.

Es gibt zwei Arten von Alpen: Galt- und Sennalpen. Die Galtalpen sind Alpen, auf denen nur junge, ein- bis dreijährige Rinder gehalten werden, die noch keine Milch geben. Im Oberstdorfer Gebiet verbringen circa 1400 Stück Galtvieh ihre Sommerfrische. Die Hirten treiben das Vieh im Laufe des Sommers immer höher in die Berge und achten darauf, dass keinem der Tiere etwas zustößt. Entweder wird das Vieh tagsüber vom Kleinhirten betreut oder der Hirte grenzt das Gebiet großzügig durch Zäune ab, um die Tiere von Felshängen und -spalten fernzuhalten.

Rund um den 1. Juli wird das Bergheu geerntet. Die Wiesen werden einmalig gemäht und das Futter gesondert gelagert. Auf den Bergwiesen
findet sich eine ungeheure Vielfalt an Blumen, Kräutern und Gräsern, die im Tal nicht wachsen. Für die Tiere ist diese Mixtur ein besonders nahrhaftes Futter. Früher wurde das Gras zum Teil  von Hand gemäht und anschließend zum Trocknen auf den „Huinzen“, Holzpfähle mit Querstreben, aufgehängt. Dort trocknete das Heu gut, ohne zu schimmeln und wurde bei sonnigem Wetter eingebracht. Aufbewahrt wurde es in der Schinde und meist erst im Winter zu Tal gebracht. Die kunstvoll zu „Burden“ gebundenen Heubündel ließen sich bei geschlossener Schneedecke besser auf dem Hörnerschlitten transportieren. Ungefährlich war das alles nicht. Heutzutage werden die Arbeiten mit Hilfe von Traktor, Mähbalken oder Motormäher erledigt und vereinfachen so die Bewirtschaftung der Bergwiesen.

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