Grundsteinlegung Edmund-Probst-Haus

Damals ... im Juli 1889

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von Uli Auffermann

Ganz früh schon, noch in den Pioniertagen des Alpinismus, hatten die ersten wegweisenden Bergsteiger das Nebelhorn für sich entdeckt.

Und wie dankbar müssen sie gewesen sein, als Stützpunkt das Nebelhornhaus, das seit 1918 Edmund-Probst-Haus heißt, zur Verfügung zu haben. Bei seiner Eröffnung wurde es übrigens noch ganz schlicht „Unterkunftshaus am Nebelhorn“ genannt. Im Juni 1889 war erster Spatenstich für die Hütte der DAV-Sektion AllgäuImmenstadt, am 7. Juli Grundsteinlegung und schon im Jahr darauf feierte man im Mai Eröffnung.

Das unterkellerte Berghaus aus gut bearbeiteten Kalksteinen war mit Blitzableiter versehen und innen sogar vertäfelt. Es hatte einen Vorraum, ein Gastzimmer mit Veranda und ein Führerzimmer, dazu die Küche und einen Wohnraum für den Wirtschafter. Den Gästen standen drei Fremdenzimmer mit acht Betten, ein Schlafraum mit zehn Matratzenlagern und unter dem Dach ein weiterer Raum mit noch einmal 16 Matratzen zur Verfügung. Darüber hinaus befand sich in einem freistehenden Nebengebäude der Stall für zwei Maultiere und zwei Kühe. In den Jahren 1929/30, während der Errichtung der Nebelhornbahn, musste die Hütte das erste Mal, Anfang der 1950er-Jahre ein weiteres Mal erheblich erweitert und umgebaut und natürlich auch immer wieder modernisiert werden. Dank der Bergbahn ist das Edmund-Probst-Haus für jedermann leicht erreichbar und bietet einen idealen Ausgangspunkt für alle, die kürzere Touren unternehmen, aber auch für diejenigen, die sich bei längeren Touren den Aufstieg ersparen wollen. Viele lockt allerdings ganz einfach die herrliche Sonnenterrasse mit dem prächtigen Blick in das Bergpanorama!

Neue Hüttenpächter brachten frischen Wind und ein neues Konzept in die Küche

Seit 2015 sind Matthias Geiger und Ivanka Bader die neuen Hüttenpächter. Sie brachten frischen Wind und ein neues Konzept besonders in die Küche des Edmund-Probst-Hauses: Es geht nun bunter und internationaler zu. Der engagierte Hüttenwirt erzählt: „Wir sind jung und viel gereist und wollten uns mit unserer Speisekarte natürlich auch etwas von anderen Häusern abheben. Zudem hat sich die Essensphilosophie ja allgemein etwas verändert, so dass wir viele vegane oder vegetarische Gerichte anbieten. Außerdem backen wir mit Vollkornmehl und verzichten ganz bewusst auf Fertigprodukte und Geschmacksverstärker, was sehr gut bei den Gästen ankommt.“ Aber keine Sorge, wer es klassisch mag, der kommt auch nicht zu kurz. „Bei uns gibt es nach wie vor Gerichte wie Schweinebraten und Brotzeit“, betont Matthias Geiger, „aber eben auch andere Sachen wie eine Sherpa-Brotzeit, Ziegenkäse, Falaffel oder ein Linsencurry – vieles, was wir von unseren Reisen an Ideen und Rezepten mitgebracht haben. Und alles kochen wir selbst! Dafür mussten wir die Speisekarte etwas verkleinern, denn wir wollen uns ja auch noch gut um unsere Übernachtungsgäste kümmern. Für unser Essen ernten wir großes Lob und fahren gut damit.“ Ja, man kann sicher sein, dass den kreativen Wirtsleuten die Ideen so schnell nicht ausgehen.

Text: Uli Auffermann Oberstdorf Magazin 07/2017

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