Sperrbachtobelweg wird eröffnet

Damals ... im Sommer 1888

Oberstdorf  ›  Liveticker  ›  Oberstdorf Blog  ›  Sperrbachtobelweg wird eröffnet
gefällt mir
5 Minuten
von Uli Auffermann

Er wird dem Ideal eines Hüttenanstiegs mit alpinem Charakter ganz sicher mehr als gerecht – der Weg durch den Sperrbachtobel hinauf zur Kemptner Hütte!

Hier steigt die Spannung mit jedem Meter. Zunächst geht es von Oberstdorf durch das Trettachtal zur Spielmannsau. Von dort sind es noch etwa drei Stunden und etwa 850 Höhenmeter. Der Pfad durch den Tobel ist an den schwierigeren Stellen mit Stahlseilen gut abgesichert, so dass man mit Vorsicht und entsprechendem Schuhwerk die atemberaubend gelegene Kemptner Hütte (1.846 m) sicher erreicht. Hier wird man von der Hüttenwirtsfamilie Braxmair freundlich empfangen und wohlumsorgt. Seinerzeit war das Wegebauprojekt ein schwieriges und kostenintensives Unterfangen. Schon 1874 hatte die Sektion Allgäu-Kempten mit den Planungen begonnen, 1888 war der Weg, der übrigens einem alten Pilgerpfad folgt, schließlich fertiggestellt, und endlich konnte man den Traum von der Hütte auf dem Mädelejoch wahrmachen, die 1891 feierlich eingeweiht wurde.


Jedes Frühjahr müssen übrigens die beiden Brücken im Tobel, die mit Schließung der Kemptner Hütte zum Saisonende abgebaut werden, wieder neu aufgebaut werden, und wann das machbar ist, hängt ebenso von den Bedingungen ab. Ist der Tobelweg nicht begehbar, kann man also auch die Kemptner Hütte von Oberstdorf
aus nicht erreichen. Gabi Braxmair, die sympathische Hüttenwirtin, berichtete noch in der zweiten Maiwoche: „Der Weg zur Hütte war durch den vielen Schnee der letzten Zeit noch viel zu lawinengefährlich, und auch die Grundlawinen waren noch nicht runter. Es war wirklich noch tief weiß! Mein Mann muss mit dem Hubschrauber hinauf, um wichtige Arbeiten zu erledigen, weil wir sicherlich am 9. Juni die Hütte wieder aufmachen.“ Und optimistisch ergänzte sie: „Sobald es wärmer wird und die Sonne scheint, ist der Schnee recht schnell weg! Und auch wenn wir vermutlich die zweite Brücke im Sperrbachtobel bis Anfang Juni noch nicht aufgebaut haben, so lässt sich diese Stelle gut umgehen.“ Die Hüttenwirtin rät zudem: „Man sollte unbedingt auf den ausgewiesenen Wegen bleiben!“

Text: Uli Auffermann Oberstdorf Magazin 06/2017

Klar, dass solch ein naturnaher Weg nach einem langen Winter nicht so schnell wieder begehbar ist. Denn je nach Schneemenge können zum Saisonstart noch erhebliche Altschneefelder vorhanden sein. So auch in diesem Jahr, als es gegen Ende April in den Allgäuer
Alpen noch einmal kräftig geschneit hatte. Trotzdem durfte man sich Anfang Mai rund um Oberstdorf bereits wieder über gut 170 km Wander- und Spazierwege freuen, auch wenn man – wie die Alpine Information Oberstdorf warnte – speziell auf den naturnahen
Pfaden immer auf nasse und möglicherweise rutschige
Abschnitte achten, unbedingt feste und knöchelhohe Schuhe mit guter Sohle tragen und ggf. Wanderstöcke mitnehmen sollte. Dort erfährt man auch, ob der Sperrbachtobel begehbar ist und wie die aktuellen Verhältnisse sind (Service-Telefon 08322/700-200 oder im Internet unter www.oberstdorf.de/alpininfo).

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser

Um die Website optimal darstellen zu können, benötigen Sie einen aktuellen Browser.
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Downloadlinks

×