Viehscheid Schöllang & Oberstdorf

Abschied vom Alpsommer

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von Tourismus Oberstdorf

Am 12. & 13. September

Im Tal herrscht Volksfeststimmung. Bei den Hirten oben am Berg mischt sich in die Zufriedenheit über das Ende eines arbeitsreichen und hoffentlich erfolgreichen Sommers immer auch ein wenig Wehmut über den Abschied.

Man muss es einmal erlebt haben, wenn sich die Herden dampfend im Morgennebel auf den Weg ins Tal machen. Schon lange, bevor sie zu sehen sind, kündigen sie mit lautem Schellengedröhne ihre Heimkehr an. Am 12. und 13. September heißt es in Schöllang und Oberstdorf für die Alphirten, Abschied zu nehmen vom Bergsommer. Das Vieh kehrt nach 100 Tagen „Urlaub“ auf den saftigen Bergwiesen zurück ins Tal. Der Heimweg gestaltet sich dabei stets zu einer viel bestaunten Wanderung Richtung Viehscheidplatz. Stolz bahnen sich die Hirten mit ihrer Herde den Weg durch das Heer der Zuschauer, die mit gezückten Kameras den Alpabtrieb fotografisch festhalten. Das Gedröhn der Zugschellen kündigt die Ankunft im Tal schon von Weitem an. In Schöllang werden ab 9.00 Uhr rund 700 Tiere erwartet, die ihre Sommerfrische auf der Entschenalpe, der Hinteren Schafalpe, der Gutenalpe und der Käseralpe verlassen. Am Tag darauf kommen die insgesamt etwa 1000 Tiere von den Alpen Bierenwang, Taufersberg, Haldenwang, Rappenalpe, Biberalpe und Traufberg zurück zum Viehscheidplatz am Renksteg in Oberstdorf. Die erste Herde wird ab circa 9.00 Uhr erwartet.

Die Alpen werden mit Tieren der Bauern im Tal „beschlagen“, die „Unterländer“ geben gern ihre Rinder für 100 Tage Bergsommer auf die hoch gelegenen Alpen. Das Futter auf den saftigen Bergwiesen, Wind und Wetter machen die Tiere robuster und widerstandsfähiger. Unterschieden wird zwischen Sennalpen und Galtalpen. Während auf den Sennalpen Kühe gesömmert werden und die Milch an Ort und Stelle zu Butter oder leckerem Bergkäse verarbeitet wird, ist auf den Galtalpen das Jungvieh unter sich.

Für alle, die den Sommer über „im Berg“ gewesen sind, ist der Viehscheid ein ganz besonderer Tag. Die Hirten legen Lederhosen, ein weißes Hemd und Edelweißhosenträger an, die „Fehla“ schmücken sich mit feschen Dirndln und kunstvoll geflochtenen Frisuren. Und auch die Rinder kommen üppig geschmückt mit Zugschellen, die an bestickten Lederriemen befestigt sind. Das Kranzrind trägt einen schönen Kopfschmuck aus Bergblumen und -kräutern, in die ein Spiegel eingebettet ist. Nur diejenigen Alpen, auf denen den Sommer über kein Tier durch Unfall ums Leben gekommen ist, dürfen ein solches Kranzrind an der Spitze der Herde führen. Viele Tausende Schaulustige empfangen die Heimkehrer am Scheidplatz, wo die Tiere sortiert, aufgerufen und ihren Besitzern zurückgegeben werden. Danach wird gefeiert: im Festzelt, bei Blasmusik, Bier in Maßkrügen und Scheidwurst.

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