Interview mit Jojo Klein

Oberstdorfer Bergläufer aus Leidenschaft!

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Jojo, wie und wann bist du zum Laufen gekommen?
Es gibt für mich keinen konkreten Zeitpunkt, seit dem ich laufe. Es ist vielmehr ein Prozess bzw. logische Konsequenz. Als kleiner Bub habe ich die Oberstdorfer Bergwelt durch meine Eltern kennen und lieben gelernt. Damals noch als „klassischer“ Wanderer mit festen Bergstiefeln. Über die Jahre wurden die Touren dann immer größer, ich wurde fitter und schneller und die Ausrüstung immer minimalistischer. Schließlich begann ich irgendwann auch in den Bergen mit dem Laufen. Dieser Prozess setzt sich bis heute fort und ich hoffe diese Passion hält noch möglichst lange an. Aber eine Sache weiß ich ganz sicher, ob im Laufschritt oder ganz gemütlich, die Liebe und Leidenschaft zu den Bergen und der Natur werde ich niemals verlieren!!

#liveoutdoor #homeiswherethemountainsare

Warum ist dem Trailrunning/Berglauf der ideale Sport für dich?
Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue, ist das immer wieder die Antwort für mich. Wenn man die Berge direkt vor der Haustüre hat, will man doch sofort dort hin und die Natur erkunden. Das Laufen ermöglicht mir dies und das Geniale an Oberstdorf und seiner Umgebung ist, dass ich das mit Höhenmetern kombinieren kann oder einfach nur im Tal flach dahin rennen kann.

Was ist das Besondere am Trailrunning/Berglauf?
Man darf laufen und auf intensivste Art und Weise dabei die Natur spüren. Das ist für mich der Kern und das Faszinierende. Der Körper und der Geist werden mit jedem Schritt gefordert die Höhenmeter in Angriff zu nehmen und gleichzeitig mit größter Präzision und Vorsicht sich im Gelände zu bewegen. Ist man mit den Gedanken wirklich in diesem Zustand, vergesse ich all den übrigen Ballast und die Probleme, welche der Alltag so mit sich bringt und bin nur in diesem Moment, im Hier und Jetzt. Das ist dann für mich Leben und einfach nur Mensch sein.

Welcher Lauf war dein härtester Wettkampf?
Das kann ich so pauschal nicht beantworten. Egal ob Berglauf, welcher in unter 1 Stunde gefinisht ist oder einen Ultratrail, über einen halben Tag und mehr. Diese Herausforderungen verlangen ganz unterschiedliche Herangehensweisen und Voraussetzungen. Hinzu kommen Sachen, wie das Wetter, die aktuelle Tagesform und so gestaltet sich ein Wettkampf manchmal ganz schön spontan und unvorhergesehen. Ich versuche dabei immer nur mein Bestes zu geben, denn dann kann ich zumindest mit einer Person zufrieden sein und das bin ich selber :-).

Was war dein schönster Berglaufmoment?
Gibt es den? Für mich gibt es so viele. Jeder Lauf gibt mir schöne Momente, deswegen bin ich so viel unterwegs. Dies gilt natürlich auch für Wettkämpfe, wie den Nebelhornberglauf. Die Veranstaltungen in der Heimat sind deswegen besonders schön, weil es die Heimatberge sind und an der Strecke einen so viele Bekannte und Freunde unterstützen. Ich bin einfach nur dankbar für diese Momente und Erlebnisse!

Welches war dein größter sportlicher Erfolg?
Ich muss ehrlich sagen, ich möchte mit meinen sportlichen Erfolgen nicht viel um mich werfen. Wen es wirklich interessiert dem erzähle ich selbstverständlich alles ausführlich oder der folgt mir auf meinen sozialen Kanälen, aber die Wettkämpfe sind für mich nur ein Element dieses großen Konstruktes: Laufen in den Bergen und der Natur.

Welche sportlichen Ziele hast du dir für die nächsten Jahre gesetzt?
Das wichtigste Ziel ist für mich, weiterhin mir die Freude am Laufsport zu bewahren, denn das ist selbstverständlich die Motivationsgrundlage. Zudem gesund zu bleiben, um meine Ziele auch wirklich verfolgen zu können. Der Rest kommt dann von ganz automatisch. Ich habe einige Wettkämpfe in den Alpen und auch auf der ganzen Welt auf der Liste, welche ich erleben möchte und auch privat gibt es so viele Gipfel und Routen, welche mich reizen. Das Schöne ist, diese Ziele laufen mir nicht weg, somit wird mir in den kommenden Jahren mit Sicherheit nicht langweilig.

Welches ist deine Lieblings-Berglaufstrecke rund um Oberstdorf?
Da gibt es eine Menge da draußen, aber einen Trail mag ich besonders, den Schattenbergtrail, immer getreu dem Motto: Run steep, get high ;-).

Wenn du nicht läufst, was machst du dann?
Da bin ich im Sommer als Bergwanderführer in den Alpen unterwegs und führe meine Gäste in einem ganz entschleunigten und gemütlichen Tempo von Hütte zu Hütte.
In meiner Freizeit machen ich außer Laufen und ab und zu Mountainbiken, in den Tälern von Oberstdorf, nicht viel. Wenn ich zu viel Freizeit habe, bin ich der klassische Kühlschrankplünderer und Schokolade liebe ich auch viel zu sehr, deswegen gehe ich wahrscheinlich so viel raus in die Natur :-).

Hast du einen besonderen Tipp für Berglauf-Einsteiger?
Aber sicher – geht ruhig und LANGSAM an diese Thematik heran. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Höhenmeter im schnellen Tempo. Die Geschichte ist schnell erzählt, denn viele waren es nicht. Weniger ist mehr, man sollte erst mit kleinen, relativ flachen Hügeln beginnen und sich darauf aufbauend weiter steigern. Oberstdorf bietet hierfür das ideale Gelände, um in diesen Bereich hinein zu schnuppern.

Mehr und aktuelle Infos zu Jojo Klein finden Sie unter:
www.facebook.com/jojokleinrunner
www.strava.com/athletes/jojokleinrunner
instagram.com/jojokleinrunner

Titelbild: Gäms am Nebelhorn - Bild: Johannes Klein

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