Ausrüstung

Neben den alpinen Grundvoraussetzungen wie feste, knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle, Trittsicherheit und einer guten alpinen Kondition ist absolute Schwindelfreiheit und Klettersteigausrüstung (+ Helm) sowie entsprechende Klettersteig- (Klettersteigtechnik, Sicherungstechnik) und Bergerfahrung (Wetter) Grundvoraussetzung.

Bemerkungen

Während der Monate mit erhöhter Gewittergefahr ist mit der tageszeitlichen Erwärmung und dem damit verbundenen Anstieg der Gewittergefahr zu rechnen! Deshalb sollte vor einer Begehung immer auf einer der beiden nahegelegenen DAV-Schutzhütten übernachtet werden, um möglichst früh am Einstieg des Klettersteiges anzukommen und diesen beizeiten durchstiegen zu haben. Auch bei stabilen Verhältnissen hat man bei einer Übernachtung in den Bergen mehr Zeit für den Klettersteig und ein genussvolleres, längeres Bergerlebnis.

Besonderheiten

Der Mindelheimer Klettersteig verfügt über keinerlei Notabstiegsmöglichkeiten! Es ist in beliebiger Richtung begehbar. Im Steig erleichtern Hilfstafeln mit dem jeweiligen Standort die Orientierung. Das Einholen der aktuellen Wetterprognosen vor einer Besteigung ist unerlässlich! Bei Gewittergefahr nicht aufsteigen – aufgrund der vielen Stahlseilsicherungen und der wetterexponierten Lage besteht eine erhöhte Gefahr von Blitzeinschlägen! Der Klettersteig sollte als sehr anspruchsvolle Tagestour mit einer Gesamtgehzeit von ca. 8-10 Stunden nur von erfahrenen Bergsteigern mit entsprechender Übung und einer sehr guten alpinen Kondition sowie nur bei sehr stabilen Wetterverhältnissen durchgeführt werden!

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Luftig unterwegs
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Blick auf Fiderepasshütte
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Am nördlichen Schafalpenkopf
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Brücke am Mindelheimer Klettersteig
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Südlicher Schafalpenkopf
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Mindelheimer Klettersteig

Bei einer Überschreitung einer der schönsten und beliebtesten Eisenwege in den Nordalpen sind phänomenale Ausblicke und pures Klettersteigerlebnis garantiert

In früheren Jahren verirrte sich ab und an ein Bergschaf, dass im Bereich der Taufersbergalpe geälpt wurde, auf die felsigen Spitzen der heutigen, wohl daher sogenannten Schafalpenköpfe. Im Jahre 1975 errichtete die DAV-Sektion Mindelheim den erlebnisreichen und heutzutage sehr beliebten Klettersteig. Der zerklüftete und raue Hauptdolomit, der die gesamte Palette seines Facettenreichtums zeigt und die ausgeklügelte Wegführung des Klettersteiges sorgen für das besondere Klettersteigerlebnis.

Der traumhafte Rundumblick zum gegenüberliegenden Allgäuer Hauptkamm bis hin zum Gottesackerplateau im Kleinwalsertal, lassen eine Begehung des Eisenweges einmalig werden. Aufgrund seiner Länge gilt der Klettersteig als anspruchsvoll, auch wenn er nach internationaler Norm nur als mäßig schwierig bis schwierig eingestuft wird. Der Klettersteig ist mit unzähligen Drahtseilsicherungen (verteilt ca. 400m), etlichen Klammern und Stiften sowie einiger Stahlleitern versichert. Obwohl er über eine Vielzahl an kleineren und einigen ausgedehnten Steilpassagen verfügt, ist der Klettersteig nur in einzelnen Abschnitten richtig ausgesetzt. Aufgrund seiner Wegführung, die sich in weiten Teilen unmittelbar auf dem Grat befindet, ist man vor Steinschlag größtenteils sicher.

Hoch über der Fiderepasshütte

Zunächst noch dem Krumbacher Höhenweg folgend, führt der Anstieg nach der Fiderescharte nach rechts. Knapp unterhalb des Grates, steigt hier der Weg über ein zwei Kehren zum Klettersteigeinstieg empor. Im schroffen, felsigen Gelände geht es über den breiten Gipfelaufbau und über die Nordwestflanke des nördlichen Schafalpenkopfes (mit 2.320m der höchste aller Schafalpenköpfe) steil nach oben. Zwei Steilstufen und etliche Stahlseilsicherungen erfordern bereits hier höchste Konzentration. Im oberen Bereich angekommen, geht es einige Meter vor dem eigentlichen Gipfel, hoch oberhalb der Fiderepasshütte in die Nordwestwand des nördlichen Schafalpenkopfes. (Achtung: der Gipfelanstieg ist nicht versichert, Klettersteig nicht verlassen!)

Fels und Stahl in traumhafter Bergkulisse

Entlang einer luftigen Wegführung über den Grat, führt der Steig nun über viele durch Stahlseile und Tritthilfen gesicherte Passagen weiter Richtung mittlerer Schafalpenkopf. Die Brücke die dabei überquert werden muss, wird von vielen als Höhepunkt des Klettersteiges gesehen und verschafft ein beliebtes Fotomotiv. Der Brückenübergang, der bereits von der Terrasse der Fiderepasshütte spektakulär beobachtet werden kann, stellt sich allerdings als weniger dramatisch heraus als gedacht. Anschließend führt der Klettersteig mithilfe von Eisenbügeln und Drahtseilen durch eine senkrechte Felswand, bevor sich der Steig zum mittleren Schafalpenkopf hin, zeitweise vereinfacht und dabei zum durchatmen einlädt. Die Überschreitung des mittleren Gipfels, ist durch abschüssige Felsplatten, einige senkrechte Wandstellen und luftige Gratabschnitte geprägt. Der grasige, flachere Gipfelaufbau des mittleren Schafalpenkopfes selbst, eignet sich gut zur wohlverdienten Pause – hoch über dem Wilden- und Rappenalptal. Der weitere Übergang zum südlichen Nachbarn eignet sich immer wieder dazu, die herrliche Bergsicht in die Allgäuer Alpen ausgiebig zu genießen. Der Rundumblick auf den Allgäuer Hauptkamm, von der Trettachspitze bis zum Biberkopf im Süden, bis hin zum Hochifen und Gottesackerplateau im Norden ist einzigartig und wohl einer der schönsten, nicht nur in den Allgäuer Alpen.

Der Schutzhütte entgegen

Am südlichen Schafalpenkopf angekommen, steigt der Weg über eine schroffe Grasflanke und eine Leiter die tief nach unten führt, zum Ende des Klettersteiges. Am Ende der Leiter und damit dem Wandfuss angekommen, geht es über sonnige Grasmatten zum Kemptner Köpfle. Es ist empfehlenswert, die Klettersteigausrüstung erst nach der Besteigung des Kemptner Köpfles abzulegen. Im Anschluss an den Gipfel sind noch einmal einige Meter durch Stahlseile versichert. Vorsicht ist hier vor allem bei nassen Verhältnissen geboten. Anschließend darf die Konzentration etwas nachlassen. Über die Kemptner Scharte ist es nicht mehr weit bis zur Mindelheimer Hütte, die auf der Sonnenterasse oder in der gemütlichen Stube zur wohlverdienten Einkehr einlädt.

Die hier abgebildeten Wegverläufe / GPS-Daten wurden manuell erstellt und dienen nur zur allgemeinen Orientierung

 
 
 
 
 
Alpine Erfahrung erforderlich! (alpine Gefahren, Wetterkunde)
 
 
 
 
 
Gute alpine Kondition (Höhenmeter o. Schwierigkeit! – Länge!)
 
 
 
 
 
Nahezu völlig unberührte und ursprüngliche Natur- und Berglandschaft mit einem überwältigendem Bergpanorama
 
 
 
 
 
Absolute Schwindelfreiheit Voraussetzung (Felssteige, Klettersteige in exponiertem Gelände)
 
 
 
 
 
Klettersteig (Siehe Definition: A-E, einfach bis extrem schwierig)
Mai
Juni
Juli
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
begehbar
4,5 km
4 bis 5 (abhängig von der Frequentierung)
401 m
hochalpines Gelände
anspruchsvoll
Fels, Gestein, Klettersteig
Klettersteig
NEIN

letzte Aktualisierung am 26.09.2014

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