
Maryam Touzanis warmherziges Drama mit der ikonischen Carmen Maura in der Hauptrolle ist nicht nur die bittersüße Geschichte einer Frau in der spanisch sprechenden Community der marokkanischen Hafenstadt Tanger, sondern auch ein Beispiel für eine funktionierende Multi-Kulti-Gesellschaft, aus der die in Ehren ergraute Maria Angeles vertrieben werden soll. Doch so schnell gibt sie nicht auf!
Maria Angeles ist fast achtzig und lebt seit Jahrzehnten in ihrer Wohnung im spanischen Viertel von Tanger. Sie genießt ihren Alltag, und der ist geprägt von lässiger Ruhe und kleinen Ritualen. Sie kennt ihre Nachbarn und spricht gerne mit allen, sie kauft auf dem pittoresken Markt ein, der mehr an einen Basar erinnert als an einen Wochenmarkt, sie hat ihre festen Wege durch die Stadt. Ihre Wohnung spiegelt in vielen kleinen Details, in Fotos und Erinnerungen ein ganzes Leben wider. Sie freut sich, als ihre Tochter Clara aus Madrid anreist, aber die Freude verwandelt sich in einen Schock, als Clara verkündet, dass sie die Wohnung verkaufen will – verkaufen muss, denn sie ist durch ihre Ehescheidung als alleinerziehende Mutter und unterbezahlte Pflegekraft in einem Krankenhaus in Geldnot geraten. Für Maria bricht eine Welt zusammen: Ihre eigene Tochter will ihr alles nehmen, was ihr wichtig ist, indem sie ihr die Lebensgrundlage entzieht: ihre Wohnung. Unfassbar für Maria, und unfassbar, dass ihre Tochter so kaltherzig und nüchtern die Zukunft ihrer Mutter bestimmen will: Schließlich könnte Maria nach Madrid ziehen, zu Clara und den Enkelkindern. Oder sie könnte in Tanger in ein Altersheim gehen. Plötzlich geht es um alles, denn nun steht nicht nur Marias Zuhause auf dem Spiel, sondern auch das Verhältnis zu Clara und die Freiheit, über ihr eigenes Leben zu bestimmen. Nachdem sie ihre anfängliche Schockstarre überwunden hat, beschließt Maria, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Zum Schein geht sie auf Claras Vorschlag ein, in ein Seniorenheim zu ziehen, aber insgeheim arbeitet sie daran, in ihre Wohnung zurückzukehren.
