Wer in Balderschwang aufwächst und in Oberstdorf zur Schule geht, hat kaum eine Chance, nicht beim Skisport zu landen. „Ansonsten hat man nämlich ein Problem“, sagt Bernd Schmelzer schmunzelnd. Die Region hat ihn geprägt und so führte ihn sein Weg Mitte der 80er Jahre erstmals zur Sportberichterstattung: erst zu Radio Tele Allgäu, später zur Allgäuer Zeitung und schließlich zum Bayerischen Rundfunk, wo er seit den späten 80ern die Sportredaktion mitgestaltet, zunächst im Radio, heute im TV.
Besonders emotionale Momente hat er im Laufe seiner Karriere viele erlebt. Der Sieg von Thomas Dressen in Kitzbühel gehört dazu, ebenso Maria Höfl-Rieschs Slalom-Gold bei den Olympischen Spielen 2010. „Es gibt da einige unvergessliche Augenblicke, der erste Sieg von Felix Neureuther oder die Rückkehr von Rosi Mittermaier zu ihrem Olympiaberg von 1976. Das bleibt.“
In seinem Buch finden sich zahlreiche Geschichten, doch eine liegt ihm besonders am Herzen: eine Autofahrt mit Hermann Maier nach Sölden. „Das war spektakulär. Genau wie Schneeketten-Anlegen auf dem Riedbergpass.“ Es sind diese Momente, die seinen Blick auf den Wintersport geprägt haben.
Den Besuchenden in Oberstdorf möchte er vor allem eines mitgeben: ein besseres Verständnis für die Menschen hinter den Kulissen. „Es wäre schön, wenn sie sehen, wie groß das Engagement der Sportlerinnen und Sportler ist. Der alpine Skisport ist wie eine große Familie, hier geht es nicht nur ums Geld.“
Am meisten begeistert hat ihn immer der Kontakt zu den Athletinnen und Trainerinnen: „Das sind keine abgehobenen Stars, sondern ganz normale Menschen.“ Emotionen transportieren, Hintergründe erklären und mehr bieten als nur das Fernsehbild, das war immer sein Antrieb.
Was man im Fernsehen nie sieht? „Wie viel Trainer und Betreuer leisten. Viele sind 250 bis 280 Tage im Jahr unterwegs, damit am Ende alles perfekt funktioniert.“
Sein Buch beschreibt er selbst in drei Worten:
Emotional – ehrlich – unterhaltsam
|