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Sicherheit am Klettersteig

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von Moritz Zobel

Grundkenntnisse am Klettersteig

Praktische Grundkenntnisse in der Klettersteig- und Sicherungstechnik sind elementar! Anfänger oder Ungeübte sollten sie sich von Profis beibringen lassen!

Schwierigkeitsbewertung

Die nachfolgende Übersicht enthält die international geläufigsten Schwierigkeitsdefinitionen nach der sogenannten „Hüsler-Skala“ (wenig schwierig bis extrem schwierig) und der von Kurt Schall eingeführten Buchstaben (A-E). Über diese Definition hinaus sind aber auch weitere Kriterien wie die Zustiegs- oder Gesamtgehzeit zu beachten!

Der Mindelheimer – und Hindelanger Klettersteig werden mit den Schwierigkeitsgraden B/C (mäßig schwierig bis schwierig) beziffert. Der 2-Länder-Sportklettersteig besitzt die Schwierigkeitsstufe C/D (schwierig bis sehr schwierig)

Kategorie A

Klettersteige oder Abschnitte der Kategorie A (wenig schwierig) sind einfach zu begehen. Das Gelände ist bereits felsig oder von Felsen durchsetzt aber noch meist flach. Erste ausgesetzte Passagen sind ebenso möglich wie Drahtseile, Tritthilfen und vereinzelt kurze Leitern. Eine Begehung ist mit entsprechender Erfahrung größtenteils ohne Verwendung der Sicherungseinrichtungen möglich. Eine Klettersteigausrüstung ist bereits empfehlenswert, auch wenn geübte Bergsteiger sicherlich meist noch darauf verzichten. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber schon empfehlenswert.

Kategorie B

Mit B (mäßig schwierig) werden einfache bis mäßig schwierige Klettersteige oder Steigabschnitte bezeichnet, die bereits durchaus anstrengend bzw. kräfteraubend sein können. Deshalb ist hier eine bessere Kondition und etwas Kraft und Ausdauer in Armen und Beinen gewiss von Vorteil. Im steilen, felsigen Gelände werden die Tritte stellenweise schon kleiner, mit ausgesetzten Stellen ist zu rechnen. Neben den Basisversicherungen sind hier unter anderem Eisenklammern und Trittstifte anzutreffen, die Leitern werden länger und unter Umständen bereits senkrecht. Eine Klettersteigausrüstung wird empfohlen. Geübte Bergsteiger können noch darauf verzichten, allerdings sind bereits Schwierigkeiten bis zum 3. Schwierigkeitsgrad nach UIAA zu erwarten.

Kategorie C

Im Schwierigkeitsgrad C (schwierig) befindet sich ein Großteil des Klettersteiges oder des entsprechenden Abschnittes im definierten Schwierigkeitsbereich. Es wird anstrengend und kräfteraubend. Der durch steiles bis sehr steiles Gelände führende Steig bietet meist nur noch kleine Tritte und ist während vieler Teilstrecken ausgesetzt. Die Tritthilfen können nun schon weiter auseinander liegen, die Eisenleitern werden länger und können vom senkrechten sogar ins überhängende führen. In senkrechten Abschnitten ist manchmal auch nur ein Drahtseil möglich. Längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad zählen bereits zu den anspruchsvollen Klettersteigunternehmungen. Deshalb ist eine gute alpine Kondition Grundvoraussetzung. Eine Klettersteigausrüstung ist dringend zu empfehlen! Anfänger oder Kinder bzw. Jugendliche sind unter Umständen an ein Sicherungsseil zu nehmen!

Kategorie D

Schwierigkeitsgrad D (sehr schwierig) wird gemäß der Definition sehr schwierig, sehr anstrengend sowie sehr kräfteraubend! Das Gelände ist meist senkrecht oft auch bereits überhängend und überwiegend sehr ausgesetzt.

An ausgesetzten oder steilen Stellen befindet sich hier oftmals nur noch ein Drahtseil. Die Tritthilfen liegen meist weit auseinander. Über die Voraussetzungen der vorherigen Schwierigkeitsstufe hinaus sollte man sich hier in einem guten, körperlichen Zustand befinden und starke Arme und Hände haben. Nicht selten muss länger in senkrechten oder überhängenden Passagen entlang der Steighilfen geklettert werden. Einfache Kletterpassagen bis zum 2. Schwierigkeitsgrad sind nicht auszuschließen. Die Klettersteigausrüstung ist definitiv erforderlich. Für Anfänger und Kinder sind derartige Klettersteige nicht empfehlenswert.

Klettersteige im Schwierigkeitsgrad E (extrem schwierig) kommen in den Allgäuer Alpen nicht vor.

Grundregeln beim Klettersteigen

Neben der richtigen Ausrüstung ist entsprechende Erfahrung und Übung in den Sicherungs- und Klettersteigtechniken unerlässlich! Dabei ist die allerwichtigste Grundregel, dass man im Klettersteig zu jedem Zeitpunkt durch mindestens einen Sicherheitskarabiner gesichert sein muss! Mithilfe des Klettersteigsets sichert man sich an den Stahlseilen. Diese Stahlseile sind tief im Fels verankert. An jedem dieser Fixpunkte wird zunächst einer der beiden Sicherheitskarabiner vor dem Fixpunkt aus- und hinter dem Fixpunkt wieder eingehängt. Erst wenn auch hinter der Felsverankerung durch den zuerst umgehängten Karabiner Sicherheit besteht, wird auch der zweite umgehängt. Die Sicherungsroutine darf hierbei niemals unterbrochen werden!

Grundsätzlich und vor allem in einem Felssteig klettern die Augen voraus! Dabei sollte die Konzentration in der Bewegung stets auf den Weg, insbesondere auf die Griffe und Tritte gerichtet werden! Drahtseile, Griffe, Tritte und Tritthilfen müssen noch vor Benutzung – aus sicherem Stand – grundsätzlich auf Ihre Haltbarkeit überprüft werden! Man sollte darauf achten immer 3 Haltepunkte am Fels zu haben (bspw. 2 Füße und eine Hand oder 2 Hände und ein Fuß). Griffe und Klammern in Augenhöhe erhöhen ebenso die Sicherheit wie eine möglichst senkrechte Körperhaltung um einen entsprechend stabilen Schwerpunkt zu ermöglichen. Es empfiehlt sich mit dem Gesicht zum Fels+ zu klettern und vor allem auf Leitern, entlang von Klammern nie 2 Stufen auf einmal zu nehmen und stets kleine, konzentrierte Schritte zu machen. Sicherheitshalber sollte zwischen zwei Fixpunkten immer nur ein Bergsteiger klettern. Bevor man die Aussicht genießen oder eine kleine Pause machen möchte, sollte man sich zuvor einen geeigneten, sicheren Standplatz suchen!

Konzentriertes Klettersteigen hat darüber hinaus noch einen weiteren Vorteil: wer sich beim klettern auf den Weg konzentriert und schaut wohin er die Füße setzt oder wer beim ein- und aushängen der Sicherheitskarabiner auf loses Gestein achtet, verringert damit automatisch die Steinschlaggefahr! Tourengänger die sich unterhalb Ihrer Position bewegen, werden es Ihnen danken. Auch Sie selbst sind sicherlich sehr froh, wenn Kletterer oberhalb Ihrer Position keine losen Steine ins Rollen bringen.

ACHTUNG!

Die subjektive Einschätzung eines Klettersteiges kann aufgrund verschiedener Körpergrößen, Kondition oder auf Tagesverfassungen unterschiedlich ausfallen.

BITTE BEDENKEN SIE!

Bei einer Bewertung von Klettersteigen geht man von sommerlichen Normalverhältnissen aus. Wetter, (Alt-)Schnee oder Kälte können die Verhältnisse auf den Oberstdorfer Klettersteigen massiv erschweren!

GUT ZU WISSEN!

Klettersteige werden oft in verschiedene Sektionen unterteilt, die jeweils unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen können.

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