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Beschreibung

Der Heilbronner Höhenweg verläuft im hochalpinen Gelände der Allgäuer Alpen. Dabei führt er durch felsiges, ausgesetztes Gelände oder direkt über den steinig-luftigen Grat des zentralen Allgäuer Hauptkammes. In ausgesetzten oder steilen Abschnitten sind weitgehend (!) Stahlseilsicherungen vorhanden. Nord- bzw. schattenseitig sind auch über den Sommer Altschneefelder möglich. Eine Begehung des Heilbronner Weges nimmt zwischen 2 und 3 Tage in Anspruch.

Ausrüstung / Anforderung

Für eine Begehung des Heilbronner Höhenweges ist über die alpinen Grundvoraussetzungen hinaus, Trittsicherheit, absolute Schwindelfreiheit, eine gute alpine Kondition und alpine Erfahrung Voraussetzung! Alpine Erfahrung ist insbesondere in Bezug auf das Wetter und das Passieren von Altschneefeldern im hochalpinen Gelände erforderlich! Die Mitnahme eines Helmes ist empfehlenswert.

Tipp

Die auf unseren Seiten beschriebene, übliche Marschrichtung hat zwei wichtige Vorteile, insbesondere für Bergsteiger die eine verlängerte Bergtour über die Schwarze Milz und einen Besuch der Kemptner Hütte planen. In diesem Fall liegt der Heilbronner Höhenweg und damit der schwierigere und wetterabhängigere Abschnitt in der ersten Tageshälfte! Hier sind Kraftreserven, Kondition und damit die Konzentration noch frisch! Zudem geht man dadurch der, im Tagesverlauf ansteigenden, Gewittergefahr - auf einem stahlseilversichertem Grat - weitgehend aus dem Weg!

Gut zu wissen!

ACHTUNG - Hinweis für die Bergtourensaison 2016: die Notabstiege über Socktal- und Bockkarscharte zum WALTENBERGERHAUS und von hier weiter ins Tal stehen in der aktuellen Situation nicht zur Verfügung!

Mit Auf- und Abstieg erfordert die Bergtour zwei bis drei Tagesetappen. Bei Schlechtwettereinbruch oder Gewitter besteht über die Socktalscharte die Möglichkeit zum Waltenberger Haus abzusteigen. Dieser Notabstieg befindet sich auf etwas mehr als der Hälfte des eigentlichen Höhenweges!

Bitte beachten!

Der Heilbronner Weg ist der anspruchsvollste Höhenweg in den Allgäuer Alpen. Aufgrund vieler ausgesetzter Stellen, dem felsig-steilen Gelände und vieler stahlseilversicherter oder mit Steighilfen versehener Passagen kann er mit einem leichten Klettersteig verglichen werden. Im Gegensatz zu klassischen Klettersteigen sind die technisch schwierigen Teilstücke des Heilbronner Höhenweges allerdings nicht durchgängig mit Stahlseilen versichert! Anfängern, ungeübten Bergsteigern oder Wanderern raten wir von einer alleinigen Begehung des Heilbronner Höhenweges ab! Auch für Kinder unter 12 Jahren ist der Heilbronner Höhenweg nicht geeignet! Bei einer Begehung mit Jugendlichen ist eine Selbstsicherung empfehlenswert. Entsprechende Ausrüstung und Erfahrung der erwachsenen Begleitpersonen voraus gesetzt!

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Leiter Heilbronner Weg
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Altschneefelder am Hohen Licht
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Heilbronner Weg

Seit über hundert Jahren ist der Heilbronner Weg am zentralen Allgäuer Hauptkamm, einer der schönsten und beliebtesten Höhenwege in den Alpen!

Der Gipfel der Allgäuer Alpen!

Der Heilbronner Höhenweg ist sicherlich das Bergsteiger Highlight in den Allgäuer Alpen. Schroff, ausgesetzt und vielerorts stahlseilversichert führt der Höhenweg zunächst eingebettet im Fels, später hauptsächlich direkt auf dem Grat des zentralen Allgäuer Hauptkammes und damit über einige der höchsten Berge in den Allgäuer Alpen. Bei guten Sichtverhältnissen sind traumhafte und für manchen sicherlich demütige Ausblicke auf hunderte von Alpengipfeln garantiert!

Eine Tour der Superlativen

Der Felsensteig und eigentliche Verlauf des Heilbronner Höhenweges führt vom Einstieg unterhalb des Hohen Lichts bis zur Bockkarscharte. Hier verläuft der hochalpinste Höhenweg Deutschlands auf der gesamten Strecke oberhalb von 2.400 Metern! Am Ende des ältesten Felsensteiges in den nördlichen Kalkalpen, hat man die Möglichkeit zum Waltenberger Haus abzusteigen oder bis zur Kemptner Hütte zu verlängern. Atemberaubende Gipfelblicke, aber auch eine außergewöhnliche – an die extremen Verhältnisse angepasste – Flora und Fauna sind dem Bergsteiger gewiss!

Höhepunkte

Die Gipfel am Allgäuer Hauptkamm, oberhalb von 2.400 Metern sind als Tagesziel meist sehr anspruchsvoll oder erfordern eine Hüttenübernachtung. Aus diesem Grund nutzen viele Bergsteiger die den Heilbronner Weg begehen und sich deshalb schon in den entsprechenden Höhenlagen befinden, die Chance noch zusätzlich das Hohe Licht und damit einen der höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen, zu besteigen. Gleich zu Beginn des Heilbronner Höhenweges muss eine enge Felsspalte in schroffem Gelände durchstiegen werden. Das sogenannte „Heilbronner Törle“ ist ein beliebtes Fotomotiv und stellt gewissermaßen den Eingang zum Heilbronner Weg dar. Der kühn angelegte und luftig durch die wilde Felslandschaft führende Bergpfad, weißt vielerorts den Charakter eines Klettersteiges auf. Vor allem im Bereich der Steinschartenköpfe könnte er beim passieren einer Stahlleiter und Alubrücke mit einem leichten Klettersteig verglichen werden. Der großzügig aufgebaute Gipfelaufbau des Bockkarkopfes eignet sich sehr gut zu einer wohlverdienten Pause. Für Tourengeher, die das Hohe Licht ausgelassen haben, ist der Gipfel mit 2.608m der höchste Punkt des Bergsteiges.

Das wichtigste in Kürze:

Neubau des Waltenberger Hauses: Aufgrund Bauarbeiten besteht über die gesamte Bergtourensaison 2016 keine Übernachtungsmöglichkeit im Waltenberger Haus. Alle Zu- und Abstiege sind aufgrund akuter Steinschlaggefahr gesperrt! Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Tourenplanung des Heilbronner Höhenweges. Dieser muss daher als durchgehende Tagestour zwischen Kemptner Hütte und Rappenseehütte durchgeführt werden.

• Die beste Zeit für eine Begehung des Heilbronner Höhenweges ist Anfang Juli bis Ende September. Dann sind die nordseitigen Altschneefelder für gewöhnlich soweit ausgeapert oder ausgeschaufelt, dass er unter sommerlichen Normalverhältnissen begehbar ist. Bitte bedenken Sie: auch wenn in Ihrem Garten schon seit Wochen sommerliche Verhältnisse herrschen, sind viele schattenseitige Hänge in den Allgäuer Alpen noch durch ausgedehnte Altschneefelder bedeckt! Bis Anfang Mai wird bei uns Ski gefahren!

Planen Sie die Besteigung des Heilbronner Höhenweges an einem Werktag! Dann geht es auf den Hütten gemächlicher zu und selbst auf dem Heilbronner Höhenweg trifft man nur auf wenige Gleichgesinnte! Vor allem an Wochenenden in der Ferienzeit sind die Hütten bei entsprechender Wetterprognose stark frequentiert!

• Für ungeübte Bergsteiger oder Wanderer, die sich eine Begehung des Heilbronner Höhenweges alleine nicht zutrauen, ist die Teilnahme an einer geführten Tour empfehlenswert! Unter Anleitung eines Bergführers lässt sich die anspruchsvolle Höhentour sicher genießen! Ganz nebenbei wird man darüber hinaus noch einiges lernen und somit selbst alpine Erfahrungen sammeln! Natürlich übernimmt die Bergschule auch die gesamte Organisation.

• Hohe Gipfel entlang des Heilbronner Höhenweges: Hohes Licht (2651m): Auf- und Abstieg vor dem Heilbronner Höhenweg ca. 1,5 Stunden); Mädelegabel (2645m): leichtes Klettern Schwierigkeitsgrad I bis II, Auf- und Abstieg ca. 1,0 Stunden); Steinschartenkopf (2615m); Bockkarkopf (2608m);

Geologisch gesehen führt der Heilbronner Höhenweg über die kalkalpinen Decken des Allgäuer Hauptdolomits. Der mitunter ältesten Gesteinsschicht in den Allgäuer Alpen, die auf die jüngeren und fruchtbareren Gesteinsschichten wie beispielsweise dem Fleckenmergel aufgeschoben wurde.

Geschichte: nachdem der Bau des Heilbronner Höhenweges der DAV Sektion Heilbronn (die den Weg bis heute betreut) mit 8500 Mark (!) das Doppelte der veranschlagten Summe kostete, wurde er im Juli 1899 eingeweiht. Danach blieb der Bergsteig bis auf die alljährlichen Instandsetzungsarbeiten nahezu unverändert. In den schlimmen Zeiten des zweiten Weltkrieges war die Begehung des Weges vorrübergehend verboten. 1985 zerstörte ein Blitzschlag die Stahlseilversicherungen auf dem Grat des Steinschartenkopfes. Im Sommer 2000 wurde der Weg zuletzt generalüberholt und neu gesichert.

Weitere Informationen:

Bockkarscharte und - kopf

Heilbronner Weg bis Bockkarscharte

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Steinbock am Heilbronner Weg
Blick zum Bockarkopf
Bockarscharte
Bockarscharte
Leiter Heilbronnerweg
Heilbronner Weg im Juni
Kurz Thörle - Ende Juni
Kleine Steinscharte - Ende Juni
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Steinbock
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